herausgegeben von Andrea Gatti
Dieses Dokument ist eine Originalstudie der Infanterieschule Fort Benning (USA), verfasst als Lehrmittel für die Ausbildung von Offizieren in der Bataillonstaktik im Gebirge. Sie untersucht den Einsatz des 2. Bataillons des 338. Infanterieregiments (85. Division „Custer“) bei der Einnahme des Monte delle Formiche: ein entscheidendes Beispiel für die Schwierigkeiten an der Gotenstellung, das die Bedeutung des Zusammenwirkens von Infanterie, Panzern und Artillerie sowie der Führung kleiner Einheiten unter extremen Bedingungen zeigt. Wichtig ist: Die Operation wurde von Captain Orville Emile Bloch geführt und später auch gelehrt; er hatte für einen Einsatz am Monte Coloreta im Vormonat die Medal of Honor erhalten, die höchste amerikanische Tapferkeitsauszeichnung.
Die Einnahme des Monte delle Formiche
INFANTERIESCHULE – ALLGEMEINE ABTEILUNG – AUSSCHUSS FÜR MILITÄRGESCHICHTE
FORT BENNING, GEORGIAFORTGESCHRITTENENLEHRGANG FÜR OFFIZIERE 1946–1947
Die Operationen des 2. Bataillons, 338. Infanterieregiment (85. US-Infanteriedivision)
nbei der Einnahme des Monte delle Formiche, Italien 10.–13. Oktober 1944
Feldzug im Nördlichen Apennin / Persönliche Erfahrung eines Schützenzugführers
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Captain Orville Emile Bloch, Medal of Honor
Art der Operation: BATAILLON IM ANGRIFF
- Kommandeur: Captain Orville E. Bloch, Infanterie, Medal of Honor
Einleitung
Diese Studie beschreibt den Einsatz des 2. Bataillons, 338. Infanterieregiment, 85. US-Infanteriedivision, bei der Einnahme des Monte delle Formiche vom 10. bis 13. Oktober 1944 im Feldzug im Nördlichen Apennin in Italien. Nach dem Fall Roms stieß die 5. Armee gegen eine starke, gut organisierte und entschlossene Nachhut des Gegners nach Norden vor. Jeder Kämpfer war überzeugt, dass der nächste große Widerstand des Gegners irgendwo entlang der Barriere des Nördlichen Apennins kommen würde, die sich nördlich von Florenz vom Tyrrhenischen Meer bis zur Adria erstreckte. Sie wurde bald weltweit als deutsche Gotenstellung bekannt. Seit der ersten Landung der Alliierten in Italien hatte der Deutsche diese natürliche Verteidigungsstellung ausgebaut und den Bau nach dem Fall Roms beschleunigt. Er hatte sie mit einer gewaltigen Kette sorgfältig angelegter, in den Fels gehauener Bunker und Unterstände verstärkt, mit ausgedehnten Stacheldrahthindernissen, Minenfeldern und Panzersperren, alles in das zerklüftete Bergland eingefügt, das bis auf 3.000 bis 4.000 Fuß [900–1.200 Meter] über dem Meeresspiegel anstieg. Auftrag der 5. und der 8. Armee war es, die Gotenstellung zu durchbrechen, den Durchbruch auszunutzen und in die Ebenen des Po-Tals vorzustoßen. Im Morgengrauen des 10. September begann die 5. Armee nach einer langen Pause zur Umgruppierung und Vorbereitung ihren Vorstoß, um die vielgerühmte Linie zu durchbrechen. Das amerikanische II. Korps trug die Hauptlast des Angriffs und griff die Linie mit drei Divisionen entlang der Staatsstraße Florenz–Bologna an, die als Highway 65 bekannt war. Der Kampf um die Gotenstellung zerfiel – wie der Feldzug an der Gustav-Linie in Süditalien im Winter zuvor – in eine Reihe hart umkämpfter Gefechte um die beherrschenden Bergstellungen, die die Schlüsselpunkte der feindlichen Verteidigung bildeten. Jenseits der Gotenstellung hatte der Deutsche vierzig Meilen Bergland zu verteidigen, bevor die Alliierten ihre Überlegenheit auf einem für den Angriff günstigeren Gelände entfalten konnten. Viele Querriegel boten dem Gegner hervorragende Verteidigungsstellungen, und viele waren ebenso stark wie die Ausgangslinie selbst.
Der Durchbruch (durch die Gotenstellung)
Am 18. September war die Gotenstellung durchbrochen – erst nach einigen der härtesten Kämpfe, die es in Italien je gegeben hatte. Als die Tage vergingen und der Apennin kein Ende zu nehmen schien, hätte man die ganze Bergkette im Norden Gotenstellung nennen können. Wie immer sie hieß: Sie versperrte den Weg ins Po-Tal, und dorthin richteten die Alliierten nun ihre starken Angriffskräfte. Im angenehmen Gegensatz zur ersten Kampfwoche kam der Vormarsch jetzt mit bemerkenswerter Geschwindigkeit voran – bis zu zwei Meilen an einem Tag. Anfangs war der Gegner ziemlich ungeordnet, doch bald nutzte er jeden Vorteil des Geländes. Feindliche Verstärkungen waren ständig in Bewegung. Der 85. Division stand in den ersten zehn Kampftagen die deutsche 4. Fallschirmjäger-Division gegenüber. Danach tauchten Teile der 362. Division „Greiner“, verschiedene Einheiten der 715. Infanterie-Division und Teile der Lehr-Brigade auf. Viele Bergmassive lagen nun auf der Vormarschlinie der 85. Division, darunter Monte Altuzzo, Coloreta, Canda, Bibele, Monte delle Formiche, Monterenzio, Fano, Castelvecchio, Castellaro und viele andere.
Das Ziel
Das Bergmassiv, von dem ich schreibe, ist der Monte delle Formiche. Der Berg gehörte zu einer der deutschen Nebenverteidigungslinien und war besonders gefährlich wegen der steilen Felswände, die auf allen Seiten außer im Norden abfielen. Für den Gegner war es doppelt wichtig, den Monte delle Formiche zu halten, denn er beherrschte die Highway 65 im Abschnitt der links benachbarten Division ebenso wie die Straße im Idice-Tal. Zudem bot er volle Einsicht in das gesamte Gebiet sechs Meilen weit nach Süden. Das 2. Bataillon des 338. Infanterieregiments, 85. Division, erhielt den Auftrag, dem Gegner diese entscheidende Geländestelle zu entreißen. Das Bataillon war zu dieser Zeit in Reserve und folgte dicht dem 3. Bataillon desselben Regiments, das sich zäh nach vorn kämpfte, um eine bestimmte Ausgangslinie zu gewinnen, durch die das 2. Bataillon zum Angriff antreten sollte. Unterhalb des Monte delle Formiche war das Gelände sehr hügelig und bot den beiden Bataillonen beim Vorrücken von Hügel zu Hügel kaum Deckung und Tarnung. Deshalb und weil der Gegner hervorragende Beobachtung hatte, kam das 3. Bataillon nur äußerst mühsam voran. Der Gegner beschränkte sich zudem nicht auf hinhaltende Taktik, sondern verteidigte jeden Fußbreit mit MG-, Scharfschützen- und Infanteriefeuer sowie Granatwerfer- und Artilleriesperrfeuer. Jeder Hügel, jeder Kamm, jedes Gebäude diente als Stützpunkt; kein Boden wurde kampflos preisgegeben. In der Nacht zum 10. Oktober hatte das 3. Bataillon seinen Auftrag erfüllt und die Ausgangslinie für das 2. Bataillon gewonnen. Es sollte in seiner Stellung bleiben und für Operationen rechts des Monte delle Formiche bereitstehen. In der Nacht wurden Spähtrupps ausgesandt, und entlang der ganzen Regimentsfront wurde Feindberührung hergestellt. Die Spähtrupps gerieten jedoch unter starkes MG- und Granatwerferfeuer und wurden zu unseren Linien zurückgeworfen. Der Gegner schien äußerst wachsam und reagierte sofort auf jede Bewegung der vorderen Kompanien.
Feindliche Befestigungen und Gelände

Das schwierige Gelände
Unmittelbar vor den Felswänden des Monte delle Formiche war das Gelände außergewöhnlich glatt, fiel etwa 1.000 Yards [rund 900 Meter] sanft nach Süden ab und war kahl wie das Fairway eines Golfplatzes. Allen im 2. Bataillon war schwer ums Herz, denn die Aufgabe schien unmöglich. Der Gipfel lag etwa 2.040 Fuß [rund 620 Meter] über dem Meeresspiegel. Der Deutsche hatte die Vorderhänge mit geschickt getarnten Waffenstellungen befestigt, alle so angelegt, dass sie die Hänge hervorragend unter Feuer nehmen konnten. Auf dem Gipfel standen schwere und leichtere Maschinengewehre, die das Vorfeld mit Steilfeuer bestrichen. Das Tal darunter war mit Schü-Minen und Pfahlminenfeldern übersät, die die naheliegendsten Annäherungswege deckten. Direkt unter den steilen Felswänden, etwa drei Viertel des Weges hinauf, lag das kleine Dorf Maceratoia; links dahinter auf dem Kamm das Dorf Ca’ del Monte. Am Fuß der Felsen unter Ca’ del Monte gab es zahlreiche Höhlen, die dem Gegner hervorragende Schussstellungen auf die Zugänge zu den Gebäuden von Ca’ del Monte boten. Der Kamm von Ca’ del Monte verlief nach Nordwesten und fiel allmählich ins Tal ab.
Angriffsplan
Der ursprüngliche Plan des 2. Bataillons sah einen Angriff in Kompaniekolonne vor (eine im Italienfeldzug häufig verwendete Gliederung), mit dem Dorf Ca’ del Monte als erstem Ziel; von dort sollte mit zwei Kompanien nebeneinander nach Norden vorgestoßen werden, um hinter den Berg zu gelangen. Das 1. Bataillon sollte rechts vom Ziel das Idice-Tal hinauf vorstoßen. Das Zusammenwirken der beiden Bataillone sollte den Bergkamm umfassen und ihn schließlich von Norden her vom Gegner säubern. Wegen des kahlen Geländes vor den Felswänden des Monte delle Formiche gab es keine Deckung für Bewegungen; dies schien daher der einzige logische Angriffsplan. Die Kompanie Easy sollte führen, gefolgt von der Kompanie George, die Kompanie Fox blieb in Reserve. Zur Unterstützung wurden Panzer an den Kamm entlang der Ausgangslinie vorgezogen, gingen in Rumpfdeckung (hull defilade) und sollten direkt in die Gebäude von Maceratoia und Ca’ del Monte schießen. Die Divisionsartillerie sollte „Time-on-Target“-Feuer auf dieselben beiden Dörfer legen, die 4,2-Zoll-Chemical-Mörser die rückwärtigen Teile des Berges abdecken und die Cannon Company den Kamm, wobei sie ihr Feuer auf Anforderung verlegte. Die 81-mm-Granatwerfer des 2. und 3. Bataillons sollten bei Bedarf Nebel schießen, um die Angreifer zu decken. Alle genannten Feuer sollten auf Abruf bereitstehen. Da der Gegner das Gelände beherrschte, war eine Erkundung zu Fuß unmöglich; deshalb wurde am 9. Oktober mit Ferngläsern und Karten erkundet. Man beschloss, Maceratoia von der linken Flanke anzugreifen. Ein kleiner Entwässerungsgraben verlief etwa 1.000 Yards südwestlich von Maceratoia ins Tal hinab und bot die einzige – wenn auch dürftige – Deckung im ganzen Gebiet. Um 5.50 Uhr am 10. Oktober nahm die Kompanie Item La Casona am äußersten linken Flügel des Regiments. Zwei Züge der Kompanie Easy rückten nach La Casona vor, um die Kompanie Item abzulösen. Von hier aus sollte um 6.00 Uhr der Angriff auf Ca’ del Monte beginnen. Der endgültige Plan lautete: Der 1. Zug der Kompanie Easy führt den Angriff mit dem Auftrag, Maceratoia zu nehmen; der 2. und 3. Zug folgen, gehen in Maceratoia durch den 1. Zug hindurch und greifen Ca’ del Monte an.
Der Angriff
Vor Tagesanbruch verließ der 1. Zug mit 18 Mann La Casona, überquerte im Schutz der Dunkelheit das offene Gelände und erreichte den Entwässerungsgraben. Im Graben bildete der Zug eine Kolonne von Gruppen, ein Mann direkt hinter dem anderen, flach auf dem Bauch. Um die gewünschte Überraschung zu erreichen, mussten alle Männer auf das Ziel Maceratoia zukriechen. Über das Funkgerät SCR 556 wurde der Kompaniechef verständigt und über die Position des Zuges unterrichtet; die Verbindung wurde während des Vorrückens gehalten. Um 8.00 Uhr begannen die Unterstützungswaffen, ihr verheerendes Feuer auf die zugewiesenen Zielräume zu legen. Das Tageslicht kam nur langsam, weil dichter Nebel das Gebiet der feindlichen Beobachtung entzog. Es dauerte nicht lange, bis der Gegner den bevorstehenden Angriff ahnte, obwohl seine Sicht stark eingeschränkt war. Er belegte die Vorderhänge des Berges mit Granatwerfer- und Artilleriefeuer, das meist wirkungslos blieb, weil es den Graben deutlich verfehlte. Schnell voranzukommen war für den 1. Zug sehr schwer, denn der Graben war äußerst schlammig und nur 2 bis 4 Fuß breit und tief. Den Männern schien es, als ziehe sich der flache, schlammige Graben über Meilen statt über nur 1.000 Yards hin. Der Zug bewegte sich so schnell wie möglich, getrieben von dem einen Gedanken, das Ziel zu erreichen, bevor sich der Nebel hob. Als sie sich Maceratoia näherten, scheiterten alle Versuche, den 3. Zug über Funk zu erreichen. Trotzdem ging der 1. Zug weiter vor. Um 8.30 Uhr war der Zug in Stellung, um das Ziel zu stürmen. Die Bajonette wurden aufgepflanzt und die letzten Anweisungen erteilt. Der Zug wurde in drei Gruppen zu je sechs Mann geteilt; jede erhielt einen Teil der kleinen Häusergruppe von Maceratoia zugewiesen, in die sie von Westen und Süden eindringen sollte. Der Zugführer funkte den Kompaniechef an und bat, das Feuer der Artillerie und der Panzer von Maceratoia auf Ca’ del Monte und die Kirche auf dem Gipfel zu verlegen. Das Feuer wurde wie verlangt verlegt, und ohne einen Augenblick zu zögern begann der Sturm: Jede Gruppe stürzte auf ihren Abschnitt zu und schoss im raschen Herangehen aus ihren Gewehren. Maceratoia war unser. Der Angriff war gelungen, und eines hatte ihn gelingen lassen: die bestmögliche Nutzung des Artilleriefeuers. Der 1. Zug war ihm dicht gefolgt und hatte die feindlichen Stellungen gestürmt, sobald es verlegt wurde – bevor der Gegner den Kopf heben und seine Waffen einsetzen konnte. Die Überraschung war vollständig. In Maceratoia erbeutete der 1. Zug eine Artilleriezugmaschine, ein Panzerabwehrgeschütz, vier Maschinengewehre und machte 19 Gefangene. Die Gefangenen wurden entwaffnet, durchsucht und einige verhört. Dann brachte man sie in einen großen Raum, schloss die Tür hinter ihnen und verbarrikadierte sie. Dort blieben sie, denn kein Mann konnte zu ihrer Bewachung abgestellt werden, und es schien zu gefährlich, sie zurückzuschicken, nachdem sich der schützende Nebel gehoben hatte. Sofort bezog der Zug Stellungen in und um die Gebäude des Dorfes, und dem Kompaniechef wurde gemeldet: „Ziel genommen, keine Verluste, 19 Gefangene.“ Der Kompaniechef, Leutnant William G. Coblin aus Frankfort (Kentucky), ein kühner und angriffslustiger Offizier, antwortete, er breche von La Casona zum Ziel auf und wolle, dass der 1. Zug weiter auf Ca’ del Monte vorgehe. Nach diesem Befehl verlor der 1. Zug jede Funkverbindung. In den folgenden 20 Minuten geschah wenig, abgesehen von leichtem feindlichem Granatwerferfeuer im Gelände hinter uns und bei La Casona. Unser Unterstützungsfeuer lag weiter auf dem Kamm des Monte delle Formiche um die Kirche und links von Ca’ del Monte. Der Führer des 1. Zuges plante den Angriff auf Ca’ del Monte. Einige Gefangene gaben beim Verhör an, der Kamm von Ca’ del Monte werde von einer verstärkten Infanteriekompanie gehalten. Man beschloss, Maceratoia nicht unverteidigt zu lassen, da die 19 Gefangenen noch dort waren und der 2. Zug der Kompanie Easy noch nicht eingetroffen war. Zehn Mann sollten in Maceratoia bleiben, die übrigen acht und der Zugführer sollten auf Ca’ del Monte vorgehen. Der Weg führte auf einem Pfad von Maceratoia nach Ca’ del Monte. Der Spähtrupp bewegte sich langsam, hielt sich dicht an den Felswänden und nutzte die wenige Deckung, die es gab. Ca’ del Monte schien verlassen; nichts war zu sehen oder zu hören. Die Hoffnung wuchs, das Dorf sei wegen des schweren Beschusses geräumt worden. Als die Gruppe bis auf 50 Yards an das erste Gebäude herangekommen war, teilte sie sich in zwei Trupps zu vier und fünf Mann. Der Fünfertrupp stürmte in Gebäude Nr. 1, der andere lief vor und ging an der Westseite von Gebäude Nr. 2 in Stellung. Der Zugführer wählte eine Position, von der aus er beide Trupps führen konnte. Nichts geschah – alles war still. Bald wurde klar, dass der Gegner nicht ahnte, dass eine angreifende Truppe in seiner unmittelbaren Nähe war, und auch nicht wusste, dass Maceratoia nicht mehr von seinen Leuten gehalten wurde. Die Männer in Gebäude Nr. 1 nahmen acht Deutsche gefangen, darunter einen Leutnant. Ein Mann brachte die Gefangenen eilig in die behelfsmäßige Zelle nach Maceratoia zurück. Kaum war er fort, brach in Ca’ del Monte die Hölle los. Der Gegner hatte endlich bemerkt, dass unsere Truppen da waren, und griff die kleine Gruppe sofort von drei Seiten an – von beiden Flanken und von vorn. MG-Feuer schien von überall zu kommen, während der Gegner heranrückte. Die Männer gingen in Verteidigungsstellung und erwiderten das Feuer, doch die Übermacht war erdrückend. Die vier Männer in Gebäude Nr. 1 waren vom MG-Feuer völlig festgenagelt; es gab keinen Ausweg. Sie schossen aus Türen und Fenstern weiter, bis der Gegner sie zur Aufgabe zwang. Einer von ihnen, Private First Class Richard J. Kerrigan aus Philadelphia (Pennsylvania), wurde an der rechten Schulter getroffen. Schreiend stürmte er aus dem Haus, warf Gewehr, Helm und Patronengurt zu Boden und rannte wie besessen nach Maceratoia. Offenbar war der Gegner davon wie gelähmt, denn auf den fliehenden Verwundeten fiel kein einziger Schuss. Der Zugführer erkannte, dass Ca’ del Monte mit den vorhandenen Männern nicht zu nehmen war, und rief seine Leute zum Durchbruch nach Maceratoia zurück. Vier Männer schafften es; inzwischen fiel Artillerie- und Granatwerferfeuer auf den ganzen Vorderhang des Berges. Maceratoia wurde von den Stellungen auf dem Gipfel und von der linken Flanke aus mit Granatwerfern und Maschinengewehren beschossen. Der 2. Zug war dem Entwässerungsgraben gefolgt und hatte etwas Deckung; der 3. Zug dagegen wurde im offenen Gelände überrascht, völlig ungeschützt, und versuchte verzweifelt, sich im harten Boden einzugraben. Jede seiner Bewegungen war von Maceratoia aus ebenso deutlich zu sehen wie vom Gegner in Ca’ del Monte. Der 1. Zug erhielt neue Befehle: Maceratoia um jeden Preis zu halten; der Rest der Kompanie Easy und die Kompanie George würden in der Nacht im Schutz der Dunkelheit nachrücken. Für den 1. Zug gab es keine Wahl – er musste Maceratoia halten, denn ein Rückzug war unmöglich. Während der Beschuss anhielt, wurden die Gefangenen unruhig. Einer unserer Verwundeten hielt an der verbarrikadierten Tür Wache, die übrigen 14 Männer des Zuges gingen in den Gebäuden des Dorfes in Verteidigungsstellung. Obwohl schwer beschädigt, boten die Gebäude ausreichend Schutz vor dem feindlichen Feuer. In den verbleibenden Stunden Tageslicht war der Zug damit beschäftigt, die feindlichen Waffenstellungen auszumachen. Dabei entdeckten sie die Höhlen an der linken Flanke und unterhalb von Ca’ del Monte. Die Meldung ging zurück, und die Panzer nahmen die Höhlen im direkten Richten unter Feuer. Gleich nach Einbruch der Dunkelheit rückten die Kompanien Easy und George vollständig nach Maceratoia auf, und die bestmögliche Verteidigung wurde eingerichtet. Um 22.00 Uhr griffen der 2. und der 3. Zug der Kompanie Easy erneut Ca’ del Monte an. Es entwickelte sich ein heftiges Feuergefecht, da der Gegner seine Stellungen zäh verteidigte; man kam kaum voran. Die Züge gerieten durcheinander, und der Angriff scheiterte erneut. Jeder Mann war völlig erschöpft, doch die Kompanie Easy zog sich wieder um Maceratoia zusammen und richtete eine halbkreisförmige Verteidigung ein. Die beiden Kompanien gruben sich rund um das Dorf gut ein. Die Kompanie Easy hatte zwei Züge vorn und links von Maceratoia eingegraben, den Unterstützungszug links hinter den beiden vorderen Zügen. Die Kompanie George besetzte die Gebäude, ein Zug grub sich rechts vom Dorf ein. Die Kompanie Fox lag in Reserve in der Schlucht südlich von Maceratoia. In dieser Nacht wurde ein neuer Plan gefasst: Vor Tagesanbruch des 11. Oktober sollte mit den beiden vorderen Kompanien nebeneinander über den Berg angegriffen werden. Die Kompanie Fox sollte nachrücken und Maceratoia besetzen, sobald die Kompanien Easy und George antraten. Die Kompanie Easy erhielt den Auftrag, Ca’ del Monte zu nehmen, den Kamm von Ca’ del Monte vom Gegner zu säubern und bis auf weiteren Befehl zu halten. Die Kompanie George sollte die Kirche, den Friedhof und den Bergkamm nehmen und den Angriff fortsetzen. Die Kompanie Fox sollte rechts von Ca’ del Monte durch die Kompanie Easy hindurchgehen und mit der Kompanie George zu ihrer Rechten vorstoßen. Das 1. Bataillon sollte gleichzeitig mit dem 2. angreifen, rechts am Monte delle Formiche vorbeistoßen und die rechten Hänge des Berges und das Tal darunter vom Gegner säubern. Alle Kompanien arbeiteten vollständige Pläne aus. Munition und Verpflegung wurden in der Nacht nach vorn gebracht, und Spähtrupps wurden ausgesandt, um den Gegner oberhalb von Maceratoia zu beschäftigen.
Die feindlichen Gegenangriffe
In dieser Nacht, um 3.30 Uhr am 11. Oktober, trafen die Kompanien Easy und George einer der stärksten Gegenangriffe, die je gegen das Bataillon geführt wurden. Nun war klar, dass der Deutsche den Monte delle Formiche als einen Schlüsselpunkt seiner Verteidigung betrachtete. Ein erbitterter Nachtkampf begann und dauerte bis zum Morgengrauen. Der Gegner hatte viele automatische Waffen nach vorn gebracht und auf dem Kamm oberhalb von Maceratoia zusammengezogen. Feindliche Truppen kamen aus Ca’ del Monte und griffen die Kompanie Easy frontal an; jetzt lag die Überraschung beim Gegner. Seine Bewegung war so schnell, dass kaum Zeit zur Warnung blieb. Die Vorpostenlinie der Kompanie Easy wurde zurückgedrängt. Die feindlichen automatischen Waffen oberhalb von Maceratoia eröffneten das Feuer und ließen einen Hagel aus Blei auf das Dorf niedergehen. Die erbeutete Zugmaschine, die neben den Gebäuden von Maceratoia stand, wurde von einer feindlichen Brandgranate in Brand gesetzt. Das brennende Fahrzeug erleuchtete das ganze Dorf – doppelt schwer für die Verteidiger: Sie standen im Licht, während der Gegner rings um das Dorf und darüber im Dunkeln lag. Handgranaten schienen von überall zu kommen; Gewehrgranaten wurden durch Fenster und Türen geschossen und explodierten in den Gebäuden. Der Gegner trieb seinen Angriff mit voller Wucht und tödlicher Entschlossenheit voran, um Maceratoia zurückzuerobern. Die Kompanie Easy auf der Linken musste Boden preisgeben; der rechte Teil ihrer Linie wurde bis zum ersten Gebäude ihres Abschnitts zurückgedrängt. Als der Gegner auf 40 Yards an dieses Gebäude herangekommen war, begann er, die Mauern mit Panzerfäusten aufzusprengen – dem deutschen Gegenstück zu unserer Bazooka. Aus jeder Tür und jedem Fenster des Dorfes schlug dem Angriff Feuer entgegen, so schnell die Männer nachladen konnten. Den erschöpften Soldaten schien es, als würde die Zugmaschine nie aufhören zu brennen. Zwei Stunden zermürbenden Kampfes gegen entmutigende Übermacht vergingen, bis der Angriff endlich abgewehrt war. Der Deutsche zog sich zurück, beschoss das Dorf aber weiter aus seiner beherrschenden Stellung.
DER LETZTE STURM
Am nächsten Morgen, dem 11. Oktober, griff das Bataillon wie geplant an, vorbereitet durch das am besten abgestimmte Artillerie-, Panzer- und Granatwerferfeuer, das man je gesehen hatte. Die Kompanie Easy folgte dem Panzerfeuer außergewöhnlich dicht und gelangte bis an die Felswände von Ca’ del Monte. Mit Bazooka-Feuer kämpfte sie sich durch das Dorf und säuberte den nach Osten verlaufenden Bergkamm vom Gegner. Ein Zug der Kompanie George erkletterte die steilen Felsen, erreichte den Kamm und besetzte die feindlichen Stellungen am Friedhof. Ein weiterer Zug schloss sofort auf und stieß vor, um den Gegner in der Nähe der Kirche zu vertreiben. Nachdem dieser Halt gewonnen war, drangen die beiden Züge gegen starken Widerstand vor. Der Unterstützungszug der Kompanie George ging in und um die Kirche in Stellung. Die Kompanie Fox, noch in Reserve, rückte in Maceratoia ein. Der Gegner beging einen schweren Fehler, der uns – den Angreifern – sehr zugutekam: Er ließ seine Stellungen auf dem Kamm nur mit verstreuten Kräften besetzt, während sich seine Hauptkräfte hinter den Kamm zurückzogen, um mehr Schutz vor dem Artilleriefeuer auf seine vorderen Stellungen zu finden. (Dieser Vorfall beweist eindeutig die Schwäche einer Hinterhangverteidigung.) Dadurch konnte die Kompanie George den Gipfel des Monte delle Formiche erreichen. Nach diesem Erfolg griff der Gegner fieberhaft an, um die verlorene Stellung zurückzuerobern. Feindliche Sturmgeschütze und Artillerie beschossen den Raum der Kompanie George. Die Kirche stürzte ein und verursachte viele Verluste im Unterstützungszug, darunter den Kompaniechef. Trotz allem hielt die Kompanie George zäh ihre Gewinne und fügte dem angreifenden Gegner schwere Verluste zu. Der Deutsche griff weiter an. Die Kompanie Fox erhielt Befehl, zwischen die Kompanien Easy und George zu rücken. Die höhere Führung war besorgt und wollte den Monte delle Formiche nicht durch deutsche Gegenangriffe verlieren; deshalb wurden die Kompanien Item und Love des 3. Bataillons unterstellt, um eine neue Reserve zu bilden und das 2. Bataillon zu verstärken, dessen Kompanien sämtlich eingesetzt waren. Auch das 3. Bataillon des 339. Infanterieregiments wurde dem 338. am 11. Oktober um 15.00 Uhr unterstellt, nur auf Befehl der Division einzusetzen. Der Angriff ging weiter; die Kompanien Fox und George drangen trotz erbitterten Widerstands stetig vor, bis die Dunkelheit das Bataillon erneut zur Verteidigung zwang. Die Kompanie Love ging bei Ca’ del Monte in Stellung, die Kompanie Item hielt die neu gewonnene Front des Bataillons. Im Tal rechts des Monte delle Formiche war das 1. Bataillon nach Norden vorgestoßen und lag fast auf gleicher Höhe mit dem 2. Bataillon und dem 339. Infanterieregiment zur Rechten. In der Nacht zum 12. Oktober spähten beide Seiten eifrig, und entlang der ganzen Regimentsfront flackerten kleine Feuergefechte auf. Um 6.00 Uhr am 12. Oktober wurde der Angriff wieder aufgenommen: Das 3. Bataillon ging durch das 2. hindurch, um den Monte della Vigna nördlich des Monte delle Formiche zu nehmen. Kaum war das angreifende Bataillon ein Stück über den Monte delle Formiche hinausgekommen, wurde klar, dass ein weiterer „Monte delle Formiche“ zu nehmen war. Auf das erfolgreiche Ende dieses Gefechts folgte das typische Manöver der Deutschen in Italien: Wurde ein Gebiet oder ein Berg unhaltbar, wichen sie auf die nächste günstige Verteidigungsstellung aus und warteten, bis die Alliierten erneut angriffen.
Analyse und Kritik
Bei der Betrachtung dieser Operation wird deutlich, wie schwierig der Auftrag des 2. Bataillons war. Der Grundsatz lautet: den Gegner umgehen, flankieren und abschneiden; die Umstände können aber einen Frontalangriff erzwingen, und dann lässt sich der Gegner nur mit harter Arbeit vertreiben. Bei diesem Einsatz war ein Ausweichen links am Berg vorbei nicht möglich, weil die links benachbarte Division nicht so weit vorn stand wie das 338. Infanterieregiment. Der ursprüngliche Angriffsplan war gut durchdacht, kam aber nie zur Ausführung. Der Erfolg in Maceratoia und das Scheitern vor Ca’ del Monte, wo die übrigen Züge der Kompanie Easy vom feindlichen Feuer festgenagelt waren, erzwangen einen neuen Plan. Hätte das Bataillon mit zwei Kompanien nebeneinander über das kahle Gelände angegriffen, wären die Verluste zweifellos übermäßig hoch gewesen. Kritikpunkte sind: 1.: Der erste Gegenangriff des Gegners aus Ca’ del Monte hatte teilweise Erfolg. Dass die Einheitsführer keine Ausweichstellungen vorbereitet und die Fähigkeit des Gegners zum Gegenangriff nicht bedacht hatten, ermöglichte diesen „Teilerfolg“. 2.: Bei jedem Angriff ist mit schweren Verlusten zu rechnen, und es sollte ausreichend Ersatz bereitstehen. Bei der Einnahme des Monte delle Formiche war das nicht der Fall; während des gesamten Feldzugs im Nördlichen Apennin mussten die Einheiten mit stark gelichteten Reihen angreifen. 3.: Unmittelbar nach der Einnahme von Maceratoia hätte eine Fernmeldeverbindung zum Kompaniegefechtsstand in La Casona hergestellt werden müssen. Da dies unterblieb, hatte der 1. Zug keinerlei Verbindung mehr, als sein Funkgerät ausfiel. 4.: Der erste Angriff auf Ca’ del Monte hätte gelingen können, wenn der 2. Zug der Kompanie Easy Maceratoia wie vorgesehen erreicht hätte. Mit einer stärkeren Angriffskraft hätte Ca’ del Monte aller Wahrscheinlichkeit nach gehalten werden können.
Lehren
Einige Lehren aus dem Feldzug im Nördlichen Apennin und vom Monte delle Formiche:
1 – Um eine feindliche Stellung sturmreif zu machen, muss sie schonungslos mit Artilleriekonzentrationen, Luftangriffen, Panzer- und Jagdpanzerfeuer, Granatwerfersperrfeuer, Bazooka-Feuer und Handgranaten bearbeitet werden. Dem muss die Infanterie angriffslustig folgen. Feuerschläge und Sperrfeuer sind bei keinem Sturm etwas wert, wenn ihnen nicht so dicht gefolgt wird, dass der Schütze am Gegner ist, bevor dieser merkt, dass das Feuer verlegt wurde, und wieder an seine Waffen geht. Der Gegner holt den Nachteil in dem Augenblick auf, in dem er weiß, dass ihr da seid – ihr müsst ihm zuvorkommen.
2 – Wer ein vom Gegner besetztes Gebäude nehmen will, wirft eine Handgranate hinein oder schießt eine Bazooka-Granate hinein. Unmittelbar nach der Explosion stürmt man mit feuernder automatischer Waffe in den Raum. Diese Überraschung gelingt fast immer.
3 – Im Gebirgskampf stellt der Gegner seine automatischen Waffen und Granatwerfer meist so auf, dass sie Pfade, tiefe Rinnen und Schluchten beherrschen. „Auf den Kämmen“ vorgehend kann man diese Widerstandsnester jedoch umgehen, flankieren und später ausräumen. Nehmt zuerst die Höhen – dann erledigt sich das Tiefland von selbst.
4 – Ausdauer und körperliche Kraft sind für den Kämpfer unerlässlich. Der Gebirgskrieg bringt keine neuen Grundsätze und erforderte in Italien meist keine besonders ausgebildeten Truppen. Doch das Gelände in den Bergen verlangte den Männern außergewöhnliche Strapazen ab und setzte eine hervorragende körperliche Verfassung voraus.
5 – Einheitsführer müssen die menschlichen Grenzen berücksichtigen. Ist das Gelände steil und der Vormarsch durch tiefen Schlamm und fehlende Wege erschwert, verlieren die Männer leicht die Verbindung. Das gilt besonders für schwere Züge oder schwer beladene Einheiten.
6 – Wird für die Nacht eine behelfsmäßige Verteidigung eingerichtet und liegt brennbares Material wie ein Heuhaufen, ein Fahrzeug oder ein Gebäude vor euch, befestigt eine Brandgranate daran. Führt einen Draht vom Zünder zu eurer Stellung und legt reichlich Schießpulver oder Treibladungen um das Material. Zieht bei einem nächtlichen Gegenangriff am Draht: Das Material brennt, erleuchtet das Vorfeld und stellt den Gegner völlig bloß.
7 – In der Ausbildung muss den Männern beigebracht werden, dass Zusammenballen Verluste herausfordert. Das kann nicht genug betont werden, denn wer es in der Ausbildung darf, tut es auch im Gefecht.
8 – Der Erfolg kleiner Einheiten ist nach wie vor das Rückgrat siegreicher Feldzüge. Daraus folgt: Der Erfolg kleiner Einheiten hängt von der entschlossenen Führung ihrer Führer ab – des Sergeants, des Leutnants.
9 – Eine Hinterhangverteidigung ist nur so gut wie die Zeit, die man in ihren Ausbau gesteckt hat. Eine hastig angelegte Hinterhangverteidigung bricht vor einem entschlossenen Angriff rasch zusammen.
10 – Drahtverbindungen sind im Gebirge wegen des Zeitaufwands für das Verlegen der Leitungen unzureichend. Die Antwort sind Funkgeräte mit größerer Reichweite und besserer Tragbarkeit.
11 – Im Gebirgskrieg eingesetzte Maultiere erweisen sich unter geschultem Personal als unschätzbar für Nachschub und Versorgung.
12 – Vorposten müssen sich gegenseitig unterstützen. Ein gedeckter Weg von der Vorpostenlinie zur HKL [Hauptkampflinie] ist äußerst wichtig.
13 – Jede Linie oder Stellung an der Front sollte eine Ausweichlinie oder -stellung haben. Jeder Mann muss genau wissen, was bei einem Gegenangriff zu tun ist und wenn ein Rückzug nötig wird.
14 – Kämme sind nach wie vor der beste Annäherungsweg, besonders bei Nacht.
15 – Häuser sollten nicht als Verteidigungsstellungen genutzt werden, wenn andere Stellungen gewählt werden können. Muss ein Haus besetzt werden, braucht jeder Mann darin eine festgelegte Schussposition. Eroberte Gebäude werden vom Gegner ausnahmslos beschossen.
16 – Ist ein Ziel genommen, müssen die vorderen Teile unverzüglich verstärkt werden. Das gilt besonders, wenn zur Verteidigung des Ziels mehr Kräfte nötig sind, als die Einheit hat, die es genommen hat. Der Gegner wird tiefe, umfassende Gegenangriffe führen, um jede Verstärkung abzuschneiden, und zugleich frontal stark angreifen, um die verlorene Stellung zurückzugewinnen.
17 – Muss eine kleine Einheit 500 bis 1.000 Yards vor der nächsten Unterstützungseinheit operieren, sind die Reserven so nah heranzuziehen, dass der Gegner den Annäherungsweg zum Ziel keinesfalls abschneiden kann.
18 – Einmal gewonnener Boden muss gehalten werden.
19 – Die T/O [Stärke- und Ausrüstungsnachweisung] reicht im Gebirgskrieg für den Abtransport von Verwundeten nicht aus.
20 – Offiziere und Unteroffiziere brauchen Grundkenntnisse der Artillerie und des Einschießens von Artilleriefeuer.
21 – Feindliche Waffen und feindliches Material sind bei der Erbeutung zu zerstören, wenn ein Abtransport unmöglich ist.
22 – Munition und Ausrüstung dürfen niemals weggeworfen werden.
23 – Befehle sind zu befolgen, auch wenn sie sinnlos erscheinen. Hinter jedem steht ein Grund. Ungehorsam kann anderen Leid bringen.
24 – Die Ausbildung kleiner Einheiten für selbstständiges Handeln ist dringend notwendig.
25 – Frontalangriffe sind zu vermeiden, es sei denn, sie sind für den Erfolg der Operation unbedingt notwendig.
26 – Praktisch alle Lehren aus dem Feld oder der Schlacht bekräftigen nur, was in den Felddienstvorschriften steht. Jedes Mal, wenn eine Grundregel gebrochen wird, gibt es einen Verwundeten oder Toten.








